Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen…

Wow. Wenige Tage nach dem unfassbaren Erlebnis ‚Kolpings Traum in der LANXESS Arena‘ ringen wir noch immer um die richtigen Worte, diesen Auftritt zu beschreiben. Im Nachhinein betrachtet, ging diese Zeit viel zu schnell herum: Im Juni kam die Anfrage, sechs Wochen später starteten die intensiven Proben in toller Zusammenarbeit mit dem ‚Sound of Music Chor‘ und schließlich war der große Tag gekommen – wir fühlten uns bereit, die riesige Bühne zu erobern.

Unser Tag startete um 13 Uhr mit der obligatorischen ‚Bändchenvergabe‘: Ohne Künstlerausweis war kein Durchkommen in den labyrinthartigen Katakomben der Arena. Für den Chor stand eine eigene große Garderobe bereit, in der wir es uns erst einmal gemütlich machten. Während im Saal das Orchester mit dem Aufbau begann und die Solisten mit Perücken und Kostümen ausgestattet wurden, startete auch für uns die Arbeit mit einem intensiven körperlichen und stimmlichen Warmup. Die üblichen kleineren Verzögerungen im Betriebsablauf ließen sich mit Kaffee aus dem Catering-Bereich ganz wunderbar überbrücken und gegen halb vier ging es auch für uns in die Halle. Noch ein bisschen den letzten Ton-Einstellungen lauschen, dann hieß es „ab auf die Bühne“ – kurzer Soundcheck für den Chor und schon begann die Durchlaufprobe. Das erste Mal singen mit einem 40-köpfigen Orchester und herausragenden Solisten?! Ein unglaubliches Gefühl. Sabrina Weckerlin, Maximilian Mann, Dennis Henschel, Claus Dam, Frank Logemann – alles große Namen in der Musical-Szene und sehr beeindruckend zu sehen, wie die Profis nach nur zwei Tagen Probe eine absolut konzentrierte Leistung ablieferten.

Unser Ausblick bei der Generalprobe.
Unser Ausblick bei der Generalprobe.
Getragen von toller Musik und einem vom ersten Takt an absolut harmonischen Klang, vergingen die über zwei Stunden Generalprobe wie im Flug. Während sich über uns die Arena langsam füllte, flitzten wir also schnell zum Catering für eine letzte Stärkung, zurück in die Garderobe für’s obligatorische ‚Nachschminken‘ und dann ging’s auch schon wieder hinter die Bühne. Schnell noch die Aufstellungen für unseren Aufgang organisieren, einmal tief durchatmen … und los ging’s! Unter dem Jubel des Publikums trat Produzent Peter Scholz auf die Bühne und kündigte alle Beteiligten an – vom Klatschen der 15.000 Zuschauer begleitet, nahmen wir schließlich unsere Plätze auf der Empore hinter dem Orchester ein.

Von der ersten Minute an fieberte das Publikum begeistert mit und ließ sich auch nicht aus der Feierstimmung bringen, als plötzlich nach 15 Minuten gar nichts mehr ging: Ein Software-Absturz hatte das Tonpult in Teilen lahm gelegt, die Show musste für einige Minuten unterbrochen werden. Katerstimmung bei den Zuschauern?! Weit gefehlt: La Olas gingen durch die Halle, Schals wurden geschwenkt, Tausende sangen lauthals „steht auf, wenn ihr Kolping seid“ – einfach unfassbar!

Die kleine technische Panne war schnell gelöst, der erste Akt lief wie am Schnürchen weiter und auch unsere Chor-Einsätze klappten alle ohne Probleme – die harte Arbeit hatte sich gelohnt. Pure Euphorie also in der Pause – eine solche Show hatte noch keiner von uns erlebt. Im zweiten Akt kamen schließlich unsere persönlichen Höhepunkte: ‚Verraten und Verkauft‘ und ‚Revolution‘, zwei große Ensemble-Nummern mit vollem Einsatz unserer knapp 40 Sängerinnen und Sänger. Das hat richtig, richtig Spaß gemacht – und das Berliner ‚Symphonic Pop Orchestra‘ hat diesen tollen Songs einen würdigen Rahmen gegeben. Gegen viertel vor 11 war es schließlich so weit – das große, emotionale Finale ‚Lebenszeichen‘ stellte Adolph Kolpings Vision von Menschlichkeit und Nächstenliebe in den Mittelpunkt. Als Kolping-Darsteller Maximilian Mann ein erstes Mal „Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen“ anstimmte, ließ sich das Publikum nicht zweimal bitten: 15.000 Menschen erhoben sich von ihren Plätzen, streckten ihre Kolping-Schals in die Luft, sangen jede Zeile mit … und als schließlich Chor und Solisten mit einstimmten, gab es auf den Rängen kein Halten mehr.

Ein unfassbares Gemeinschaftsgefühl, Gänsehaut pur, Tränen in den Augen – für uns als Ensemble aus Kerpen einfach unglaublich zu sehen, wie Adolph Kolping, der große Sohn unserer Stadt, auch 150 Jahre nach seinem Tod Menschen zusammenbringt und etwas ganz Großes geschaffen hat. Danke Adolph Kolping, danke Kolpingwerk, danke Spotlight Musicals, danke ‚Sound of Music Chor‘, danke an alle Zuschauer in der LANXESS Arena, dass wir an diesem Abend ein kleiner Teil davon sein durften. Weitere Eindrücke in Bild und Ton von diesem denkwürdigen Tag gibt es bald für euch.

Gemeinsam sind wir stark: Das Musical Ensemble Erft mit den Kollegen vom Sound of Music Chor vor unserem Auftritt in der LANXESS Arena.
Gemeinsam sind wir stark: Das Musical Ensemble Erft mit den Kollegen vom Sound of Music Chor vor unserem Auftritt in der LANXESS Arena.